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IOR CZ

Bedienung Anhand eines Praxisbeispiel

Die Parallaxe kann man nur auf eine Entfernung einstellen. Jagdzielfernrohre sind meist zwischen 120m und 200m fixiert. Das gleiche können Sie auch bei einem IOR machen. Einmal einstellen auf 120 - 200m reicht bei Schüssen bis 300m da der Parallaxefehler jagdlich unrelevant ist. Schießt man wirklich mal weiter als 300m, kann man in Sekunden durch leichtes drehen die Parallaxe auf die gewünschte Entfernung nachjustieren. Wie groß der Fehler auf die jeweilige Entfernung ist kann man kontrollieren indem man wieder beim durchschauen das Auge hin und herbewegt und man abschätzt, ob der Parallaxenfehler im tolerierbaren Rahmen ist oder ob man nachjustieren sollte.

 

Auf dem obigen Bild erkennt man hinter dem Parallaxeturm auch die Betätigungsschalter für die Absehenbeleuchtung. Durch einmaliges antippen schaltet sich die Beleuchtung ein - mit +/- reguliert man die Helligkeit und drückt man beide Tasten für ein paar Sekunden gleichzeitig, schaltet sich die Beleuchtung wieder aus. Vergisst man ein abschalten, schaltet sich die Beleuchtung nach einiger Zeit natürlich von selbst aus.

 

Direkt unter diesen Betätigungsschaltern für die Beleuchtung sieht man einen quer nach unten aus dem Zielfernrohr ragenden zylindrischen Teil, in dem sich eine starke Druckfeder befindet die das innere freischwingende Rohr im Zielfernrohr - in dem auch das Absehen montiert ist - gegen die Absehenverstellung federt. Im Vergleich zu den bei vielen anderen Zielfernrohren üblichen inneren Blattfedern ist diese Art der Federung deutlich zuverlässiger und stärker - besonders in Extrempositionen - weshalb damit eine deutlich höhere Zuverlässigkeit und Präzision erreicht wird. Besonders bei starken Kalibern wo im Schuss starke Schwingungen auftreten sorgt diese Federung dafür, dass innen nach dem Schuss alles wieder in die Ursprungsposition zurückgefedert wird.

 

Auf dem Bild sieht man die Funktion dieser Technik an einem alten Unertl Zielfernrohr - damals war die Verstellung noch außen - heute wurde diese eleganterweise in das innere des Zielfernrohres verlegt.

 

ACHTUNG: diese Federung an IOR Zielfernrohren ist ab Werk exakt eingestellt und darf von Kunden nicht justiert werden.

Absehenverstellung

Als erstes müssen Sie die Ballistik Ihrer Patrone kennen. Ideal dafür ist die Wiederladesoftware "QuickLoad" da man mit der zusätzlich enthaltenen Software "QuickTarget" die Flugbahn berechnen kann. Ja sogar unter individuell einstellbaren Winkeln.

 

Tip: da die meisten IOR Zielfernrohre das "MIL" System nutzen (1 MIL = 10cm / 100m) können Sie bei QuickTarget unter "Visierkorrektur" folgendes eingeben: "1 Click = 10cm". Dann wird in der "Tabelle" die Visierkorrektur in "MIL" angegeben und man erspart sich das Umrechnen.

 

 Beispielpatrone

 

Kaliber: 300 RemUltraMag

Geschoss: AERO SB 308-180

Geschossgeschwindigkeit Vo: 980 m/s

IOR MultiUse Zielfernrohre werden entwickelt für sportliche und taktische Präzisionswaffen. Aber auch immer mehr Jäger erkennen die Vorteile von solchen Zielfernrohren da man durch die hochwertigen Linsen in der Dämmerung mehr sieht, die Mechanik stabiler und damit auch schussfester und zuverlässiger ist und die Absehen Verstelltürme bzw das taktische Absehen genutzt werden kann, um auf weite Distanzen präziser und damit waidgerechter Treffen zu können.

 

Hier möchten wir die Bedienung von IOR Zielfernrohren Anhand eines Beispiels beschreiben - dem IOR 4-16x50 IL SX30 MIL.

Um die Batterie für die Absehenbeleuchtung einzusetzen, schrauben Sie den Deckel des Parallaxeturms (Side Focus) ab. Besonders einfach geht das mit einer Münze die in den Schlitz passt.

Als nächsten Schritt schießen Sie die Waffe auf 100 Meter Fleck ein. Der Höhen und Seitenverstellturm werden dann irgendeine Position anzeigen wie auf dem obigen Bild zu sehen ist.

Mit dem beiliegenden Inbusschlüssel lösen Sie die radial auf dem Index Ring angeordneten M3 Stiftschrauben. Sie können dann den Indexring drehen - diese ist dann nicht mehr mit dem Hauptturm verbunden. ACHTUNG: beim drehen darf es nicht klicken. Sollte der Ring etwas schwergängig drehen, Halten Sie den Hauptturm fest und drehen Sie nur den Indexring auf die "0" Position.

Wenn der Indexring auf "0" steht, fixieren Sie diesen wieder indem Sie die Inbusschrauben wieder reindrehen. ACHTUNG: die Schrauben nicht zu fest anziehen. Leicht anziehen reicht, sodass der Ring sich nicht verdrehen kann.  Damit ist das Zielfernrohr auf 100 Meter genullt.

 

Tip: Im Hauptturm - über dem Skalenring - können Sie eine größere Bohrung erkennen. Dort sind radial 4 Inbusschrauben angeordnet die den Hauptturm mit der zentrischen Welle verbinden. Sollte es beim drehen des Turms mal keine "Klick" Geräusche machen, drehen Sie die versenkten Inbusschrauben fest. Im Normalfall braucht man diese Schrauben aber nicht beachten, weshalb diese auch unsichtbar versenkt sind.

Nun wollen wir auf 300 Meter ein Ziel treffen.

Laut der obigen Liste fällt die Kugel auf 300 Meter um 27,9 cm. Das sind 2,79 MIL und da die Entfernung 300 Meter beträgt, müssen wir den Wert durch "3" teilen. Somit müssen wir gerundet 0,9 MIL auf 300 Meter nachjustieren um zu treffen.

 

Es gibt zwei Möglichkeiten:

 

 

ACHTUNG: das Nutzen des Absehens funktioniert nur bei "jeder Vergrößerung" wenn das Absehen in der 1 Bildebene (FFP) ist und sich mitvergrößert. Ist das Absehen in der 2 Bildebene, bleibt das Absehen immer gleich aber das Bild und damit die Abstände vergrößern / verkleinern sich. Bei Absehen in 2 Bildebene funktioniert das deshalb nur bei einer festgelegten Vergrößerung - meist der Maximalvergrößerung. Bei IOR Zielfernrohren mit Absehen in 2 Bildebene wird diese Position von IOR immer farblich markiert.

 

Wir raten jedoch in den meisten Fällen zu Absehen in 1 Bildebene, da damit dieser Fehler ausgeschlossen werden kann.

Warum aber Absehen in 2 Bildebene ? Diese Art der Absehenmontage ist feiner darstellbar und deckt etwas weniger ab weshalb besonders Sportschützen diese Art bevorzugen. Auch wird ein Absehen in 1 Bildebene bei Zielfernrohren mit sehr hohem Zoom Bereich (z.B. 1-10x) bei sehr niedriger Vergrößerung (1x) schon sehr schwer sichtbar, während das Absehen in der 2 Bildebene immer gleich gut sichtbar ist.

 

Kein Vorteil ohne Nachteil: ist das Absehen in der 2 Okular Bildebene montiert, hat man immer einen Treffpunktlagenversatz von einigen Zentimetern wenn man den Zoom Bereich verändert. Die Größe dieses Fehlers ist abhängig, wie zentrisch der Hersteller das Absehen montiert. Qualitätshersteller wie IOR schaffen es, Absehen in der 2 Bildebene so genau zu montieren, dass dieser Fehler innerhalb von 0,5-2cm auf 100 Meter bleibt - bei preiswerten Herstellern sind aber Fehler bis zu 10cm keine Seltenheit. Um mit diesem Fehler umgehen zu können, sollte man das Zielfernrohr mit höchster Vergrößerung einschießen, dann verlagert man den Treffpunktlagenversatz auf die niedrige Vergrößerung, die man ohnehin nur nutzt wenn man auf geringe Entfernungen schießt. Kritisch wird dieser Fehler aber von LongRange Schützen wahrgenommen die Zielfernrohre mit hoher Vergrößerung auf beispielsweise 1000 Meter schießen. Wenn man nämlich bei schlechten Lichtverhältnissen, Nebel oder Mirage (Hitze Flimmern) von 60x auf 20x Vergrößerung runterdrehen muss um die Scheibe wieder klar zu sehen und sich dabei die Treffpunktlage um 2cm auf 100m verändert, sind das 20cm auf 1000 Meter und sowas kann bei Mannscheiben bereits einen Fehlschuss zur Folge haben.

Praxistip: die ermittelten Flugbahndaten können Sie sich individuell mit einer Textverarbeitungssoftware (z.B. Word, OpenOffice) zusammenstellen, ausdrucken und mit einem normalen Klebeband an das Mittelrohr laminieren. Damit haben Sie die individuellen Flugbahndaten zu Ihrer Waffe immer griffbereit und können diese auch schnell durch wechseln ändern, wenn beispielsweise eine andere Patrone oder ein anderes Geschoss mit unterschiedlicher Flugbahn verwendet wird. Von vorkalibrierten Türmen raten wir ab. Diese stimmen nämlich nur für eine spezielle Munition mit einem speziellen Geschoss. Depressionen bei weiten Schüssen durch Treffpunktlagenabweichungen sind vorprogrammiert.

Bei jedem IOR Zielfernrohr sind Schutzkappen mit Gummiband dabei. Manche kaufen sich Klappdeckelschützer deren Gelenke in der Praxis aber oft abreissen weshalb wir grundsätzlich zu diesen stabilen Schützern raten. Und damit diese praxistauglicher werden, fixiert man die einfach in der Mitte mit einem schwarzen Kabelbinder. So geht nichts verloren, die Linsen sind bestens geschützt und man muss sich nicht über minderwertige Plastik Klappdeckelschützer (Flip Covers) ärgern.

Batteriewechsel für Absehenbeleuchtung

Parallaxe

Viele IOR Zielfernrohre haben einen Indexmarkierer zwischen Indexring und Hauptturm. Er sieht aus wie ein Zeiger und lässt sich drehen. Die Funktion ist auch die eines Zeigers: man kann damit eine Position markieren - wie auf dem Bild zu sehen, ist gerade die 0,9 MIL Position (300 Meter) markiert und man kann rasch und ohne nachzudenken von 100m auf 300m verstellen und schießen.

 

Wird dieser nicht benötigt, kann man ihn einfach nach vorne wegdrehen. Durch drehen dieses Zeigers wird nichts verstellt - er markiert nur.

Schutzkappen

IOR-Zielfernrohre richtig montieren

Ausschlaggebend für die Präzision einer Waffe ist nicht nur eine einwandfreie Optik sondern auch die fachgerechte Montage dieser Optik auf der Waffe. Nicht fachgerecht montierte Zielfernrohre können zu schlechter Schussleistung führen - ja sogar die Optik beschädigen.

Wir raten deshalb dringend dazu, Zielfernrohre nur von einem Fachmann montieren zu lassen. Reklamationen die auf nicht fachgerecht montierte Optik zurückzuführen sind, müssen wir deshalb ausschließen.

Selbstverständlich bietet auch IOR Optik - Austria einen fachgerechten Montageservice an. Wenn Sie diesen in Anspruch nehmen wollen, senden Sie Ihre Waffe mit beiliegenden schriftlichen Auftrag an folgende Anschrift:

 

IOR Optik - Austria

Ing. Michael W. Mayerl

Bundesstrasse 66 - AIZ

A - 8740 Zeltweg

AUSTRIA

 

Die Kosten betragen 80 € brutto / Stunde + Material + Retourversandkosten.

 

 

Technische Richtlinien zur korrekten Montage von IOR Zielfernrohren

 

 

 

Auf dem Bild unten können Sie gut sehen, dass nach dem demontieren von geklebten Ringen auf einem gewachsten Rohr keine Rückstände am Rohr anhaften und durch die Epoxidharzschicht zwischen den Ringen und dem Rohr auch keine sichtbaren Druckstellen entstehen, wie sie beim Direktkontakt zwischen Rohr und Ringen üblich sind. Montiert man die Ringe und das Zielfernrohr erneut, muss natürlich die alte Epoxidharzschicht (siehe Bild) erst von den Ringen entfernt werden (abkratzen mit Dreikantschaber), dann kann wieder neu montiert werden.

Hier sehen Sie ein perfekt montiertes IOR 6-24x56 IL SX35 mit Stahl Picatinny Montageringen auf einer Stahl Picatinny Montageschiene. Montiert auf einer Custom Repetierbüchse Mod. Remington 700.

Errechnete Flugbahntabellen oder Tabellen von Herstellern sollte man immer gegentesten. Denn nicht immer stimmen die Angaben mit der Realität zusammen. Ein paar Probeschüsse auf 300 Meter reichen um festzustellen, ob die ermittelten Korrekturwerte auch passen.

 

Im besten Fall sieht es dann so aus wie auf dem obigen Bild. Das Zentrum der 3 Schüsse auf 300 Meter ist ca. 2-3cm unter dem Zentrum. Jagdlich unrelevant aber wer will, kann seine individuelle Tabelle um 1 Klick = 0,1 MIL =1cm auf 100 Meter = 3cm auf 300 Meter korregieren. Seitliche Abweichungen zwischen 100 Meter und 300 Meter können durch Wind aber auch durch den Drall oder Verkanten beim Schießen hervorgerufen werden. Ermittelt man bei Tests mit seiner Waffe eine nennenswerte und wiederholbare Seitenabweichung, kann man sich diese auch notieren und in der Praxis über das Absehen Gegenhalten oder über den Seitenverstellturm gezielt gegenkorregieren. Letztlich muss der Schütze entscheiden, was und wie genau er seine Ziele treffen will und welche veränderbare Parameter er an der Optik nutzen möchte. Je höher die Schussentfernung, je kleiner die Ziele, desto mehr muss man sich darüber Gedanken machen.

 

Winkelschuss: wie aus der Tabelle zu entnehmen ist, muss man unter einem Schusswinkel von 45° viel weniger verstellen. Bei Jägern gibt es ein Sprichwort: "Bergauf / Bergunter - halt immer eine Handbreit drunter".

 

Wie man an der Tabelle sieht, stimmt diese Regel aber nicht. Auf 300 Meter haben wir eine Differenz von 0,5 MIL. Das sind 5cm auf 100 Meter und damit 15cm auf 300 Meter. Also 1,5 Handbreit - bei kleinem Wild kann das schon zu schlechten Treffern und Todfluchten führen. Von den Fehlern durch das übliche "Drüberhalten" gar nicht zu reden.

 

Notieren Sie sich also auch immer, wieviel Sie bei einem Winkelschuss unter 45° verstellen müssen. Winkel dazwischen muss man halt "schätzen" und eine MIL Korrektur zwischen 0° und 45° schätzen damit es im Feld nicht zu kompliziert wird.

 

Winddrift: die Tabelle zeigt die Winddrift dieser Kugel bei 5m/s Seitenwind. Wind ist im Feld und vor allem bei der Jagd nur sehr schwer zu korregieren. Im Gebirge - über der Baumgrenze - hat man sogar Probleme die Windrichtung festzustellen - von der Windstärke kaum zu reden.

 

Bei zu starkem Wind sollte man von weiten jagdlichen Schüssen absehen. Das Risiko ein Wild nur anzuschweißen ist zu groß.

 

Bei leichtem Wind von ca. 5 m/s sollte man erst die Windrichtung feststellen und dann Anhand der Tabelle das Absehen nutzen um Gegenzuhalten. Laut unserer Tabelle machen 5m/s Wind ca. 0,6 MIL Winddrift auf 300m aus. Also zielt man einfach mit der 0,5 Linie im Absehen auf das Ziel und korregiert so den Wind.

 

Den Wind am Seitenturm zu korregieren hat den Nachteil, dass Schützen mit wenig Übung die falsche Drehrichtung erwischen (links statt rechts) und man dann zusätzlich zum Seitenwind noch den Drehrichtungsfehler hat. Also 1,2 MIL auf 300 Meter = 36cm, womit jagdlich kein waidgerechter Treffer mehr möglich ist. Also etwas für Profis die sich viel damit beschäftigen und fehlerfrei damit arbeiten können.

Mit dem Parallaxeturm stellt man die Parallaxe ein. Das bedeutet: das Absehen und das gezeigte Bild werden in eine Ebene gebracht. Ist die Parallaxe falsch eingestellt und bewegt man beim durchschauen das Auge leicht hin und her sieht man, wie das gezeigte Bild und das Absehen sich gegeneinander verschieben. Um das richtig einzustellen schaut man durch das Okular auf einen Punkt, man bewegt das Auge leicht hin und her und man dreht den Verstellturm so lange, bis Absehen und Bild gegeneinander fixiert sind. Erst dann stellen Sie das Bild hinten am Okular mit dem Dioptrienausgleich scharf.